Test Brandungsruten Evia/Hart
Datum: Montag 22 März 2010 21:39:36
Thema: Angelgeräte


Da das Interesse an den Brandungsruten des spanischen Geräteherstellers EVIA/HART stetig steigt, möchte ich hier einige Modelle vorstellen.
Evia/Hart hat sich bereits mit hochwertigen Spinnruten und Watbekleidung bei uns einen guten Namen gemacht. Vergessen sei auch nicht das Japan-Zubehörprogramm ASARI (Haken, Schnur, Kleinteile) und die Hart Wobbler die anderen Japan-Wobblern in nichts nachstehen, aber erfreulicherweise nicht so tiefe Löcher in die Geldbörse reißen.



Ein Großteil der Brandungsrutenmodelle aus Evias Top-Serie VERCELLI habe ich im Laden und so lag es nah, diese einem kleinen Vergleichswerfen zu unterziehen. Jens, Helge, Marco und Gerd unterstützten mich bei diesem Unterfangen, so dass wir die Möglichkeit hatten, unsere verschiedenen Eindrücke zu diskutieren.



Folgende Modelle waren mit am Start: Vercelli Spyra Aktiva, Vercelli Ultima G2 und G3,  Vercelli Enygma, Vercelli Oxygen Fussion sowie die SC3 aus der Iridium Serie. Die Vercelli Arena ist gerade nachbestellt aber ich hatte sie bereits geworfen, sodass ich auch über diese berichten kann.



Erst einmal die Daten (Gewichte wurden von mir selbst ermittelt und nicht aus dem Katalog abgeschrieben):
Spyra Aktiva: 4,25 Meter, WG: 150-300 Gramm, 3-teilig, 580 Gramm (ohne Ausgleichsgewichte) Low-Rider Fuji Beringung (unterwickelt), Fuji-Klapprollenhalter, Blankdurchmesser (über dem Rollenhalter gemessen: 19,5 mm

Spyra Ultima G2: 4,20 Meter, WG: 100-250 Gramm, 3-teilig, 425 Gramm (ohne Ausgleichsgewichte) Low-Rider Fuji-Alconite-Beringung, Fuji-Klapprollenhalter, Blankdurchmesser: 20,5 mm

Spyra Ultima G3: 4,20 Meter, WG: 100-200 Gramm, 3-teilig, 455 Gramm (ohne Ausgleichsgewichte) Low-Rider Fuji-Alconite-Beringung, Fuji-Klapprollenhalter, Blankdurchmesser: 20,5 mm

Enygma: 4,25 Meter, WG: 100-250 Gramm, 3-teilig + zweite Spitze incl., 495 Gramm (ohne Ausgleichsgewichte), Fuji-Alconite-Beringung, Fuji-Schraubrollenhalter, Blankdurchmesser: 21,5 mm

Oxygen Arena: 4,20 Meter, WG: 100-200 Gramm, 3-teilig, Low-Rider Fuji-Beringung, Fuji-Klapprollenhalter, Blankdurchmesser: 20,5 mm

Oxygen Fussion: 4,25 Meter, WG: 100-200 Gramm, 3-teilig, 580 Gramm Low-Rider Beringung (unterwickelt), Fuji-Klapprollenhalter, Blankdurchmesser: 21,5 mm

Iridium Speed Surfing SC3: 4,20 Meter, WG: 100-200 Gramm, 3-teilig, 615 Gramm Low-Rider Beringung, Klapprollenhalter, Blankdurchmesser: 23,5 mm



Wir haben die Ruten mit verschiedenen Gewichten geworfen, Haupt- und Schlagschnur waren geflochten. Teilweise gab’s Rückenwind, sodass unsere Bleie des Öfteren die 150 Meter-Marke knackten.
Anfangen möchte ich mit der SC3 aus der Iridium-Serie. Sie ist in zwei Versionen lieferbar: Die herkömmliche Version mit normaler Beringung und die „moderne“ Low-Rider /Klapprollenhalter Variante, die für den Gebrauch mit geflochtenen Schnüren entwickelt worden ist. Nach meinen ersten Würfen musste ich noch mal in der Preisliste nachschauen, ob ich den Preis richtig gelesen hatte. Für den Preis wirklich außergewöhnliche Wurfeigenschaften. Die Rute besitzt dank einer zusätzlichen Kreuzwicklung ein schönes hartes Rückgrad, die Spitze hingegen zeigt auch vorsichtige Bisse an.
Auch die Vercelli Oxygen Fussion ist in einer Low-Rider/Klapprollenhalter-Variante oder mit einer konventionellen Beringung mit Schraubrollenhalter lieferbar. Der Stock kommt nicht ganz so steif wie Ihre hochpreisigeren Schwestern daher und lässt sich auch von Anglern/innen gut aufladen, die nicht gerade wie Hulk gebaut sind. Wir kamen mit dieser Rute ebenfalls unter den oben genannten Bedingung an die 150 Meter heran. Das Lieblingsgewicht der Rute ist das 5 Unzen-Blei. Eine Rute mit einem mehr als fairen Preis-/Leistungsverhältnis, welche sich aufgrund der Aktion auch ausgezeichnet für weniger kräftige Angler aber auch für Frauen eignet. Ich werde diese Rute daher auch noch in der etwas kürzeren 4 Meter-Version ordern.



Die Vercelli Arena ist von der Farbe her schon ein echter Hingucker. Des Weiteren fallen die neuartigen ovalen Fuji-Low-Rider Ringe auf. Mit dieser Rute auf Weite zu kommen ist ebenfalls ohne großen Kraftaufwand zu bewerkstelligen. Eine sauber ausgeführte, gleichmäßige Wurfbewegung lässt das Blei Richtung Horizont fliegen. Natürlich bewältigt die Rute auch 200 Gramm Bleie, den meisten Spaß machen jedoch die 120 und 150 Gramm. Die Rute besitzt eine eingespleißte Vollcarbonspitze, die auch vorsichtige Plattenbisse anzeigt.



Der Freund von konventionellen Ruten wird zur Vercelli Enygma greifen. Machen wir uns nichts vor: Bei Kraut auf der Schnur sind große Ringe nicht unbedingt von Nachteil und wenn man einen halben Zentner Algen aus der Brandung drehen muss, gibt ein Schraubrollenhalter doch etwas mehr vertrauen. Dieser Rute liegen zwei Spitzen bei. Eine harte „Schlechtwetterspitze“, wenn hohe Gewichte gegen den Wind gepeitscht werden müssen und eine etwas weichere wenn es auf eine sensible Bisserkennung ankommt. Der gesamte Blank wirkt insgesamt etwas weicher als die übrigen Ruten der Vercelli-Serie.



Die Vercelli Spyra Ultima kann in zwei Versionen geliefert werden: Die Grade 2 (G2) besitzt eine durchgehende, harte Spitze die auch, wenn es darauf ankommt, Bleie über 200 Gramm locker bewältigt. Die Grade 3 (G3) besitzt eine sensible, eingespleißte Vollcarbonspitze und ist bis 200 Gramm ausgelegt, wobei man natürlich die besten Wurfweiten mit 50 Gramm weniger erreichen wird. Beide Ruten sind wunderbar leicht und schlank und der Wurf ist ein Vergnügen, da man sie beinahe mühelos aufladen kann. Bei der harten Version hätten meiner Meinung nach die Ringe am Spitzenteil etwas größer ausfallen dürfen. Ein Schlagschnurknoten von Geflecht auf Geflecht fliegt aber gut durch. Nur beim Spulenwechsel kann man den Clip/Wirbel erst nach dem durchfädeln anknoten, da dieser nicht durch die Ringe passt. Beide Versionen besitzen ein verdicktes Handteil was den Grip beim Wurf verbessern soll. Hier fanden wir keine einheitliche Meinung - ist halt Geschmackssache.



Meine neue Traumrute heißt Vercelli Spyra Aktiva. Die Rute ist tatsächlich dünner als mein Daumen. Trotzdem ist die Rute dank des 65 t High Modulus Carbon bretthart und man behält selbst bei schwersten Bleien die Kontrolle über den Wurf. Diese Rute will allerdings aufgeladen werden. Dies gelingt geübten Werfern auch mit leichteren Bleien, schwächere Werfer hingegen werden das Potenzial der Rute nicht annähernd ausschöpfen können. Aber auch wir haben beim Werfen gemerkt, dass wir die Rute nicht bis ganz zum Ende ausreizen konnten. Ich freue mich schon auf diese neue Herausforderung. Als besonderer Bonbon kommt das gute Stück in einem schicken Neoprenfutteral. Zum Schluss sei bemerkt, dass man zu der Aktiva noch eine weichere Spitze erwerben kann, die erstens eine feinere Bisserkennung erlaubt und zweitens etwas softer geworfen werden kann.

Falls es noch weitere Fragen zu den Ruten gibt, stehe ich selbstverständlich zur Verfügung.

Jan Herrmann

www.brandungsangelshop.de

A.d.R.: Alle Fotos findet Ihr hier in der Bildergalerie.








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