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Ende Oktober 2008 war ich noch mal ein paar Tage in meiner Lieblingsecke zum Angeln. Am ersten Abend bei fast Windstille und normalen Wasserstand ließen die ersten Bisse nicht lange auf sich warten und die ersten Wittlinge und Butts fanden den Weg in meinen Eimer. Bei äußerst angenehmen Temperaturen wurde es einem sogar richtig warm. Und aufgrund der äußeren Bedingungen hatte ich nicht wirklich mit Fisch gerechnet. Als ich später entspannt auf meiner Kiste saß und meinen Gedanken nachging, sah ich aus dem Augenwinkel wie meine Rute plötzlich waagerecht in der Luft lag – wat nu los?! Nach einiger Gegenwehr und einigen Kurbeldrehungen rutschte ein strammer Dorsch von 54 cm auf den Strand. Etwas Hektik kam auf, aber es blieb der Einzige. Aber mit einer schönen Fischmahlzeit aus Wittling, Dorsch und Butt trat ich den Heimweg an. |
Am nächsten Tag empfing mich die Ostsee mit viel Wind, 5 bis 6 Bft aus NW in Böen auch etwas mehr. Das Wasser in Rerik war fast kaffeebraun und stand so hoch, dass man nur noch links und rechts der Treppe stehen konnte. Hatte ich so in Rerik auch noch nicht erlebt. Von den Bedingungen her lehrbuchmäßig, also Sachen gepackt und los. Als ich die Treppe runterging, kam mir die ersten Angler schon entgegen: „Kannst Du vergessen heute, zu viel Wind und zu viel Kraut“. Aber nun war ich ja schon mal da und wollte es auch probieren. Ich fischte nur mit einer Rute, stellte diese so hoch wie möglich und die 200 gr Bleie lagen ganz passabel. Hin und wieder musste man ein paar Äste aus der Schnur nehmen und etwas Kraut puhlen, aber irgendwie mit den Fischen war nichts los. Rechts der Treppe bauten noch zwei Angler auf, die auch ihr Glück versuchen wollten, auch sie puhlten Kraut, suchten Fisch, aber irgendwie nichts.

Krallenangeln ist eh nicht so mein Ding, also nahm ich ein 230 gr Normalblei und ließ dieses schön durch die Rinnen scheppern als plötzlich meine Rutenspitze stillstand um sich danach zweimal tief zu verneigen. Und kurze Zeit später konnte ich aus einem kg Kraut einen schönen 56 cm Dorsch puhlen. Inzwischen kam nicht nur der Wind von vorn, sondern auch der Regen und fünf Minuten später kam der nächste leider etwas zu lütte Dorsch an den Strand. Aber irgendwie lief dann das Wasser weg, wie auch immer das geht. Und mit dem Wasser wohl auch die paar Fische, die da waren. Nichts desto trotz, ein super schöner Abend: Natur pur und Brandungsangeln im wahrsten Sinne des Wortes und die Fische machen was sie wollen.

Am nächsten Tag kam Karsten alias Meeresheini vorbei, wir wollten zusammen noch ein paar Fische fangen. Köder waren schon bereit und aufgrund der fortgeschrittenen Stunde entschieden wir uns wieder für Rerik. Das Wetter hatte sich beruhigt, wir bauten unsere Zelte nebeneinander auf und ein entspanntes Ententeichangeln mit Klönen und Sanddorngrog nahm seinen Lauf. Natürlich gab es auch ein paar Fische, Wittlinge und Butts, leider keine Dorsche.


Am letzten Tag besichtigten Karsten und ich noch ein paar aussichtsreiche Strände und entschieden uns dann für Kühlungsborn West. Aufgrund einer Angelveranstaltung mussten wir doch ne ganze Ecke laufen. Der Wind kam mit ungefähr 5 Bft aus NO. Wir verkrümelten uns um die Ecke und hatten den Wind fast von hinten, dafür aber ne gute Welle auf den Strand. Butts im Hellen wollten wir drehen, aber das war erstmal Fehlanzeige und so hofften wir auf die Dunkelheit.

Da kamen dann auch die ersten Dorsche, zwar immer mal wieder ein kleiner, aber ein paar schöne für die Küche waren auch dabei. Weiter vorne zu angeln war fast unmöglich, da ein großer Krautteppich vor unseren Füßen lag. Wahrscheinlich lagen die Fische da gestapelt drin, aber irgendwas ist ja immer ;-).

Acht Stunden und ein paar Fische später packten wir entspannt ein und machten uns auf den Rückweg und ließen den Abend bei ein paar Störtebekern ausklingen und leider waren ein paar schöne Tage mit Brandungsangeln und allem was dazugehört viel zu schnell vorbei.
Als dann, wir sehen uns am Strand...
Gruß Helge







