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... oder die erschreckende Erkenntnis wie weit 100 m wirklich entfernt sind.
Am 27.09.2008 trafen sich auf Initiative von Jan Herrmann vom Brandungsangelshop zunächst Jan, Jens und ich und später gesellte sich noch Karsten dazu. Wir wollten herausfinden, ob die „Stammtischparolen“ bezüglich der Wurfweite richtig sind bzw. es einmal nachmessen. Ihr Kommen zugesagt hatten wohl so einige, aber immerhin waren wir vier wild entschlossen. Bei herrlichem Spätsommerwetter legten wir eine Startlinie fest und begannen mittels eines Maßbandes Markierungen in den Acker zu rammen. Jens hatte in mühevoller Kleinstarbeit Schilder gebastelt (die Dinger waren Weltklasse). Alle 10 m kam ein Schild bis 170 m die erste Ernüchterung kam, als wir zurück an der Ausgangslinie waren: 100m sind ganz schön weit weg. |
Aber gut, wir wollten es angehen. Jan hatte mit einer Bäuerin verabredet, dass wir das Feld zu diesem Zwecke nutzen durften und nebenbei noch einen „Rutenwald“ (welch Wortspiel) eingepackt, so dass jeder auch die Gelegenheit erhielt, die eine oder andere Rute Probe zu werfen. Ansonsten wollten wir so praxisnah wie möglich werfen und verwendeten dieselben Materialien wie am Strand. Neben unseren 3-teiligen Ruten begannen wir mit Monokeule 0,30-0,57 mm und 6 Unzen-Bleien. Und es zeigte sich, die 100 m sind sicher zu schaffen. Das eine oder andere Mal ging es sogar über die 120 und 130 m, zum Großteil aber in diesem Bereich. Interessant war, dass man natürlich sehr gut feststellen konnte, wann man mal einen Links- oder Rechtsdrall hatte. Auch schon das fast legendäre über-den-Finger-rutschen konnte man dank der Messung gut nachvollziehen, wobei die 110 m-Marke da noch immer gut drin war. Wir versuchten verschiedene Ablegetechniken und Haltungen beim Abwurf um Unterschiede bei der Wurfweite festzustellen. Im Großen und Ganzen pendelte es sich zwischen 120 und 130 m ein. Der eine oder andere kratzte an der 140 m und einen Ausreißer hatte ich, der ging auf die 148 m. Schon beim Abwurf habe ich gemerkt, dass der gut loszeckt. Aber ich kann nicht sagen, was ich bei diesem Wurf nun anders gemacht habe, kann mir aber denken, dass ich nicht ganz so weit nach vorne durchgezogen habe. Auch Jan und Jens kamen mit dieser Rute gut klar.

Im Übrigen war es eine 10 Jahre alte Shimano Aerocast 4,05 m BX. Vielleicht lassen sich kürzere Ruten auch einfach besser beschleunigen. Nur Karsten kam mit etwas längeren Ruten besser klar. Nun bastelten wir auf „Geflecht“ um und gingen davon aus, dass nun ja ganz andere Wurfweiten drin sein mussten – aber weit gefehlt. Konstant landeten die Würfe bei mir zwischen 130 und 140 m, also gute 10 m weiter als mit Monokeule. Ich benutzte eine 0,17 mm Fireline und eine 0,33 mm XDS als Schlagschnur, auch bei den Gewichten blieben wir bei den 6 Unzen. Den Weitesten landete Karsten mit einer DEGA Balance 4,25 m BX, 0,17 mm Fireline und vorgeschalteten Taper-Tip und brachte es immerhin auf 158 m. Wir waren uns alle einig, dass jeder von uns die persönliche Bestweite mit seinem eigenen Material erreichen konnte. Also scheint es auch eine Rolle zu spielen, dass man sich mit seinem eigenen „Kram“ vertraut macht. Auch stellten wir fest, dass wenn man die konstant geworfenen Wurfweiten zugrunde legt, wir uns in einer Bandbreite von 10 m bewegten. Beim Casting sicherlich Welten, beim Angeln? Aufschlussreich war es allemal!

Wir wollten an diesem Tag auch noch ein paar Würfe mit Vorfächern und Ködern (Twister) machen, aber leider war es auf einmal schon dunkel, wie doch manchmal die Zeit vergeht. Jan sponsorte zum Schluss noch einen Zebco-Fischeimer für denjenigen, der am nächsten an das 100 m –Schild wirft. Also, so eine Art Zielwurf, ist ja beim Angeln manchmal nicht ganz unwichtig. Da es schon Dunkel war, fixierten wir eine Kopflampe an die 100m-Marke und warfen. Jan und Jens platzierten ihren Wurf fast exakt genau auf der 100m-Linie, nur leider etwas zu weit rechts, mein Wurf war entschieden zu weit (auf einmal ging´s), der Wurf von Karsten landete 40 cm dichter am Schild als der Wurf von Jan.

FAZIT (und dafür haue ich gerne einen Fünfer ins Phrasen-Schwein): Die Wahrheit liegt auf dem Platz (Acker), also wie im wahrem Leben. Ein schöner Tag rund ums schönste Hobby der Welt und war viel zu schnell vorbei. Ich hoffe, es gibt davon Teil II. Wir haben ungefähr 4 bis 5 Stunden geworfen, mit der einen oder anderen Pause, also wie beim Angeln. Nimmt man all „die guten, schlechten und über-den-Finger-gerutschten“ Würfe kommt eine beträchtliche Fläche zusammen, die man beangelt bzw. beackert und das ist wohl auch gut so um den einen oder anderen Fisch zu fangen. Für mich würde es darum gehen, die Konstanz der Wurfweiten zu erhöhen und wahrscheinlich erhöht man dadurch auch zwangsläufig die Wurfweite an sich. Für mich bleibt nur: üben, üben, üben!
Gruß Helge
... das nächste Mal aber wieder am Strand, oder?!








