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Nach den guten Anfangsfängen meines diesjährigen Langelandaufenthaltes wollte ich nun einmal experimentieren. Ich hatte bei einer Brandungsveranstaltung im letzten Jahr einen praktischen kleinen Eimer von Berkley mit Gulp Alive 8 cm Shrimp bekommen. Nach einem Jahr, das Verfallsdatum rückte immer näher, wollte ich diese Gummiteile nun einmal testen. |
Als Brandungsangler ist man ja vornehmlich auf seinen Watt- und/oder Seeringelwurm eingeschossen, sprich das Vertrauen ist sehr hoch!
Skeptisch stand ich den Gummishrimps in der leicht gelben, undefinierten Lake im Henkeleimer gegenüber.

Um ein reelles Testergebnis zu bekommen, fischte ich mit gleichen Ruten und Rollen und dazugehöriger, selben Schnur und den gleichen Systemen im Wechsel, im gleichen Zeitabstand. Die einen Systeme mit Wattwürmer bestückt, die anderen mit zuvor in Streifen und geteilt geschnittenen Gulpshrimpsen. Auch versuchte ich die Ruten auf gleiche Distanz und nicht weit auseinander zu platzieren. Geangelt wurde von 16:30 Uhr bis 20.00 Uhr an einem Sandriff und bekannten Buttstrand.
Das Wetter war schon seit Tagen das gleiche. Bedeckt, sehr windig aus West 6 in Böen 8, hoher Wasserstand mit 10°C Wassertemperatur und anfänglicher guter Strömung aus Nord.
Das war beeindruckend! Der Wind kam aus West, für mich günstig da von hinten und die Strömung drückte von Norden, also den Langelandbelt hinab Richtung „Deutschland“ und trotzdem hohes Wasser.

Das Anködern der Gulpshrimpse gestaltete sich etwas schwierig, ich versuchte sie wie Wattis mit Hilfe der Wattwurmnadel aufzuziehen. Auch brauchte ich mehr Zeit, da jetzt meine Wurmstopper auf den Haken störten. Geschafft, getan! Es konnte los gehen.
Die erste Runde fischte ich mit meinem erfolgreichsten System der letzten Abende, dem Holstein! Die Köder wurden auf 60 bis 80 Meter gelegt und meine 175 Gramm Bleie setzte die Strömung leicht in Bewegung. Ideal zum Butt zupfen, so gefiel mir das.
Als zweite Runde beköderte ich mein zweites Wunderwaffensystem, das Wishbone Rig.
Die mit Gulp bestückten Haken blieben in der Lake vorerst noch liegen und wurden erst kurz vorm Auswerfen geklippt.

An der Wattwurmrute kam der erste Biss und keine zwei Minuten später auch an der Gulprute. Ich war begeistert, dass hatte ich nicht erwartet!
Dieser Durchgang ging an die Gummishrimpse, 2:0 gegen Wattwurm. Eine schöne Dublette zog ich an den Strand.
Neue Systeme angehängt und gleich ging es wieder auf die selbe Entfernung. Die Fische wurden versorgt, die Haken saßen in der Oberlippe, der Gulpshrimps steckte im Fischmaul, als kauten die platten Räuber darauf herum.
Der nächste Durchgang bescherte einen Platten an Rute Wurm. Allerdings hatte ich auch an der anderen Rute einen Biss. So ging es ca. zwei Stunden lang, auf beiden Ruten kamen die Bisse und es stand 4:3 für Wattwurm.
Meine Bleie blieben auf einmal liegen, die Strömung schlief ein und meine Gulprute auch. Alle Bisse kamen nur noch auf Wattwurm. Leichtere Bleie und heranzupfen brachte beim Gummiköder keinen Erfolg mehr.
Am Ende hatte ich 8 Stück mit Wattwurm und 3 Stück mit Gulp Alive Shrimp fangen können.
Ich machte mir Gedanken, was der Auslöser für das schlagartige Abbrechen der Bisse war.

Ich recherchierte und kam zu dem Ergebnis, dass es nur an der abnehmenden Strömung gelegen haben kann, und somit die Köder dann nicht mehr im Wasser hin und her flatterten. Somit ist der Wattwurm dann mit seinem Eigenduft klar im Vorteil! Unsere amerikanischen Kollegen fischen die Gulps beim Schleppfischen und nicht stätionär. Somit ist der Gummishrimp immer in Bewegung, kommt der Biss kauen die Fische auf den Ködern und lassen nicht wieder los da sich da der Geschmack beim rumkauen entfaltet, so meine These.
Mein Ergebnis: bei bewegten Wasser mit Strömung ist der Gulp ebenfalls fängig, ich werde jedoch auf meine Watt und oder Seeringler nicht verzichten, koste es was es soll!