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Dorsche in der Brandung? Fehlanzeige, kaum Fangmeldungen und selbst in diesem Urlaub noch keinen einzigen aus der Brandung gezerrt, das mußte sich ändern. So beschlossen Claudia und ich, uns am 15.10.2008 bei Olaf Neumann auf Fehmarn ein schnelles Boot mit Skipper für einen Tag zu mieten. Dies klappte auch problemlos und so standen wir etwas müde (Es steckte uns noch das vorabendliche DISTURBED Konzert in Hamburg in den Knochen), aber erwartungsvoll pünktlich um 08:00 Uhr vor dem Boot. Es hatte gerade angefangen, zu regnen und die Vorhersage für den Tag war auch nicht gerade verheißungsvoll. Aber egal, wir waren heiß ... |
In aller Schnelle verstauten wir das Angelzeug auf dem Boot und schon ging es los. Als wir uns auf die Hafenausfahrt von Burgstaaken zubewegten, sahen wir schon die Schaumkronen, hmm das kann ja heiter werden. Der Wind wehte immer noch recht kräftig aus Süd, leider immer noch nicht aus Südwest wie vorhergesagt. Wir schaukelten durch die bis gut 1 Meter hohen Wellen und hatten keine andere Möglichkeit, als in den Fehmarnsund zu fahren, alles Andere war zwecklos.
Dort angekommen versuchte Skipper Ernst die Dorsche mit Gummifisch und wir mit Blinker und kleinem Pilker zu überlisten. Aber ... nüscht. Rein, raus, schleifen lassen ... nix
Nach gut einer Stunde ohne jeglichen Zupfer fuhren wir unter der Fehmarnsundbrücke hindurch, aber auch da war nichts zu holen und der Wind blies immer noch stramm aus Süd.
Ok, was tun? Allen Mut zusammennehmen und raus in östliche Richtung bis zur Ansteuerungstonne und weiter bis auf 10 Meter und das Boot schaukelte, hui.
In einigen Wellentälern sahen wir kein Land mehr, bloß gut, dass es sehr lange Wellen waren. Aber auch hier gab es nicht einen einzigen Biß und es waren schon fast 3 Stunden rum.

In den Unterhaltungen mit Ernst ließ ich durchblicken, dass ich noch die restlichen Wattwürmer vom vorgestrigen Brandungsangeln im Eimer hatte, es waren aber nur noch knapp 100 Stück ;o). Und da ich eh immer viel zu viel Angelzeug mitschleppe, gabs in meiner Kiste natürlich auch die Mundschnüre meiner Boots Naturködermontagen in rauen Mengen. Ernst schlug also vor, dass wir uns im Sund vor Anker legen und auf Butt angeln sollten. Die Strömung war perfekt dafür und einige andere Angler hatten bereits die gleiche Idee.
Jetzt zu den Würmern: Eigentlich wollte ich diese schon am Abend zuvor in der Mülltonne versenken, da aus dem Kühlschrank schon sehr merkwürdige Gerüche krochen, einfach ekelhaft. Morgens flogen die Pakete einfach nur in die Fischkiste, man kann ja nie wissen.
An Board bauten wir uns behelfsmäßig aus den Pilkmontagen und den Natürköder Mundschnüren ein Vorfach mit 2 Seitenarmen, ans Ende kam ein schwarzer Pilker ohne Drilling und auf die Haken zog ich die toten, stinkenden aber noch einigermaßen festen Wattwürmer. Hätte ich durch die Schaukelei kurz vor der Seekrankheit gestanden, spätestens jetzt hätte ich über der Rehling gehangen ...
Es dauerte auch gar nicht lange, da wippte bereits die erste Rute, kurzer Anhieb und kurzer Drill: Flunder 41 cm und richtig fett.
Hey geht doch ...
Claudia beteiligte sich nicht an der stinkenden Sauerei, sie wollte lieber eine Meerforelle fangen. Erster Wurf: "Da ist was draaaaaan!".

Tatsächlich, eine Meerforelle von 35 cm landete im Boot, sie konnte einem gelb/roten Solvkroken nicht widerstehen. "Dat jibbet doch jar nich". Sie durfte natürlich weiter schwimmen und weiter ging es, nächster Wurf - Biss, aber wieder ab. Das war es dann aber auch mit Mefo für heute, die nächsten 1000 Wurf sind wohl erstmal dran ;).
Ernst und ich beschäftigten uns mit den Naturköderruten und die Bisse kamen nicht oft, aber regelmäßig.
Ein bischen ermüdend ist diese Angelei auch und so machte ich es mir hinten im Boot bequem, die Ruten aber immer im Blick.
Auf einmal knallte es in der einen Rute und mich durchzuckte es und wie ein Blitz stand ich im Boot. Doooorsch!!! ein guter noch dazu.
Kescher?? Nö, also rausheben und vergessen, dass die weichen Butthaken dafür natürlich nicht geeignet sind. Flupp - und tschüß, Sch...e
So langsam füllte sich aber unsere Kiste mit wirklich schönen großen Scheiben, keine unter 30 cm, die größte maß 46 cm und war mindestens 5 cm dick.
Der Wunsch nach Dorschen war vergessen. Absoluter Knüller war heute eindeutig das Vorfach mit 10 kleinen roten und einer glitzernden roten Perle sowie 2 silbernen Buttlöffeln, die meisten Platten mochten diese Farbe.

Am späteren Nachmittag drehte der Wind doch endlich auf Südwest, die Strömung ließ nach und das Kraut kam. Ohne Strömung keine Fische und Ernst sollte recht behalten. Was machen wir? Anker lichten und nochmals vor den 3 Hochhäusern auf Dorsche jiggen, eine halbe Stunde hatten wir noch Zeit.
Vor Ort angekommen, zeigte uns dann Ernst, wie man Dorsche mit dem Gummifisch fängt, 4 Würfe 4 Dorsche, davon einen beim Landen verloren.
Claudia und ich guckten ziemlich fassungslos, was Dorsche da und warum nicht an unseren Angeln? Aber zu guter letzt, konnten wir beide auch noch je einen von kanpp 60 cm fangen und dann dämmerte es bereits, wir mußten schnell zurück in den Hafen.
Bei unseren Vermietern erwartete uns noch eine äußerst lustige Grillparty und so ließen wir den sehr erlebnisreichen Tag ausklingen.
Vielen Dank an Ernst, der uns auf dem Boot sehr führsorglich betreute und sich wirklich Mühe gab, den Fisch für uns zu finden.
Es hätte mit den Dorschen eigentlich klappen müssen, wenn der Wind nicht und die Wellen nicht und und und ... so ist es ja immer ... :o)
Euer Karsten
