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Mitte Juli hatte das Warten ein Ende – der Angelkoffer war inzwischen 15 Mal ein- und ausgepackt worden. Drei Wochen Norwegen-Urlaub. In diesem Jahr in neue Quartiere, einfach um mal wieder etwas neues kennen zu lernen. Wir hatten 8 Tage in Kaupanger am Sognefjord gebucht, danach 12 Tage am Fannefjord bei Molde. Für die Fahrt dorthin hatten wir die Fähre Hirtshals – Larvik gebucht, als Nachtfahrt. So kamen wir recht ausgeruht nachmittags in Kaupanger an. |
Und: vor Hirtshals gibt es eine Shell-Tankstelle, an der man Wattwürrmer kaufen kann – da wollte ich mich noch etwas eindecken. Mehr als 10 Stück wollte mir der Tankwart nicht verkaufen. Warum auch immer. Auto ausladen, Ruten aufbauen, Wattwurm dran und ab die Post. Das erste Klingeln ließ nicht lange auf sich warten. Doch was war das denn?

Meinen ersten Fisch habe Ich mit „spitzen Fingern“ angefaßt – er war mir völlig unbekannt – und hatte ein doch recht exotisches Äußeres - - die ersten Srahlen der Rückenflosse bis hinter den Schwanz verlängert. Türkisfarbene Sreifen, vor allem an den Brust und Bauchflossen, die er fächerförmig abspreizte. Mein schlaues Buch sagte mir dann – gestreifter Leierfisch. Gefleckte gibt es davon auch noch – und ich mußte zu meinem Bedauern feststellen dass diese Gattung Fisch Wattwümer liebt. Ich habe auf meine 10 Wattwürmer 14 Fische gefangen – davon 5 Leierfische. Aber auch einige schöne Schollen und Klieschen.

Die erste Hütte in Kaupanger - ein altes Bootshaus – einfach aber sehr schön. Über dem Wasser eine Terasse, auf der man herrlich sitzen und schon beim morgendlichen Kaffee die Angel auf Grund legen konnte. Oder nachts beim Plausch mit der Frau und einem Glas Wein noch einen Platten landen – das war richtig fein. Die Lage in der Amlabucht, einfach traumhaft – auch als Ausgangspunkt für tolle Ausflüge mit der Familie u.a. zu den Gletscherzungen Boyabreen und Nigardsbreen, zum Gletschermuseum, Stabkirche in Kaupanger, Lystrafjord, Nearoyfjord, Gaula ...

Zum Angeln bin ich trotzdem noch gekommen, am Buchtausgang im Sognefjord. Das hat mich Lehrgeld gekostet, aber eine schöne Vielfalt gebracht. Wie auf den Fotos zu sehen, fallen die Berge dort sehr steil in das Wasser ab – man angelt 20 -30 m vom Ufer weg in 100-150 m Tiefe, bei 50 m Entfernung teiweise schon in 300 m, Hänger sind vorprogrammiert. Ich mußte einige Male die Schnur festlegen und den Motor anwerfen, um das vorfach abzureißen.
Gefangen habe ich neben Dorsch, Rotbarsch, Leng, Lumb, Schellfisch, Knurrhahn auch meinen ersten Katfisch. Leider nichts wirklich großes – kein „Trophäenfisch“. Deshalb habe ich mich bei meinen Bildern in der Galerie auch auf die „Exoten“ beschränkt.
Dann habe ich noch einen Fisch gefangen, von dem ich bis heute nicht wirklich weiß, was es ist. Auch mein norwegischer Vermieter war sich nicht sicher. Es gibt nach meinem Buch 2 Möglichkeiten: Entweder ein Haarbutt – dafür ist er aber zu groß (46 cm) – Haarbutt ist mit max 25 angegeben – oder es war ein Baby - Heilbutt – dann hat er die Augen auf der falschen Seite.

Nun die zweite Hütte unseres Urlaubs war ein Traum. Luxus pur. Einsam auf einer Halbinsel am Ende des Fannefjordes gelegen. 300m eigenes Ufer, 120 m² Hütte mit Kamin.
Einziger Nachteil, das etwas zu schwachbrüstige Boot. Zum Angeln in der Umgebung der Hütte völlig ausreichend – um aber tieferes Wasser und damit auch größere Fische zu erreichen, hätte ich mit diesem Boot 1,5 - 2h fahren müssen – und da ja die Familie dabei war und mich auch mal sehen woltte .....
Das hört sich nun so an als ob ich nichts gefangen habe – auch nicht war, nur eben keinen ganz großen. Rekordverdächtig waren aber einige Makrelen die mir hier an einer leichten Spinnrute extremen Spaß gemacht haben – 42 cm die größte. Weiterhin sind mir hier im Fannefjord Dorsch, Köhler, Wittling, 1 Hering, Knurrhahn, 1 Aal !!!! , viele Schellfische zwischen 50-60 cm, Flundern und auch ein Lachs an den Haken gegangen.
Und natürlich habe ich auch hier mit der Familie schöne Ausflüge gemacht – so nach Bud an den Atlantik, nach Molde, nach Andalsness und nach Alesund. Hier waren wir nun schon nach 2003 zum zweiten Mal im Atlantiksparken – Europas größtem Meerwasser – Aquarium - beeindruckend.

Beeindruckend, wenn einem, nur durch eine Glassheibe getrennt, 1,20 m lange Dorsche, Köhler, Katfisch und auch einige Heilbutts vorbeischwimmen. So war es vor drei Jahren und so ist es auch noch heute – mit einem Unterschied, der größte Heilbutt hat jetzt einen Namen – Big Mama – und ist inzwischen 2 m lang und 120 kg schwer. Und als Angler steht man dann fassungslos davor und denkt – was ... wäre... wenn ....

