Brandungsangeln an der Küste um das Hohwachter Gebiet, für mich eher eine Seltenheit, da ich sonst weiter nördlicher die Strände unsicher mache. Die Chancen auf Fisch standen nicht schlecht, in der Woche zuvor wurde von einigen unserer Mitglieder in Weißenhaus ziemlich gut gefangen, also waren wir so richtig heiß.
Claudia, Helge und ich machten uns bereits um 08:00 Uhr von Berlin aus auf den Weg, dieses Mal wollten wir der Hektik, so wie wir sie beim Ostseepokal erlebt hatten, entgehen.
Das Wetter war traumhaft, Sonne pur, nur der schwache Südwind war für ein Brandungsangeln nicht gerade optimal.
Nachdem wir nach einer kurzweiligen und flotten Fahrt unser Quartier bezogen hatten, machten wir uns gleich auf den Weg nach Hohwacht in die "Seaside Lounge", wo wir Marco trafen und einen großen Tisch reservierten. Ein riesiges Schnitzel für nur 6,90 Euro !!! und ein kühles Frisches stellte uns dann erstmal ruhig, so nach und nach trudelten unsere anderen Freunde ein, offensichtlich waren sogar mehr dabei, es saßen aber nicht alle an unserem Tisch. Ich möchte versuchen, sie alle mal hier aufzuzählen, man möge mir verzeihen, wenn ich jemanden vergessen habe
Wir wurden ganz herzlich von Andreas Thürnau von Pro Tack begrüßt, die Strände (Hohenfelde, Hochwacht, Beherensdorf, Weißenhaus) wurden bereits vorher festgelegt, ebenso die Zuordnung der Teilnehmer auf die Sektoren. Ich mußte mit Helge nach Hohenfelde, ein Strand, an den bei diesem ruhigen Wetter niemand wollte, jetzt weiß ich auch warum ;)
Aber auch Manner, der diese Gegend wie seine Westentasche kennt und Fiedde verschlug es dorthin.

Bevor wir uns aber an die Strände begaben, testeten wir eine der neuen Shimano-Ruten, die Marcel im Gepäck hatte. Ich wollte erst gar nicht, denn nach solch einem Testwerfen hat man gleich wieder so viele neue Weihnachtswünsche ;) Für die Touristen, die dort am Strand zum Sonnen lagen, waren wir jedenfalls eine Attraktion, man beäugte uns mitunter ziemlich argwöhnisch.

Ein paar Videosequenzen habe ich noch eingefangen, so dass Ihr Euch den ein oder anderen Wurfstil ansehen könnt.
Ein Angeln so zu beginnen, ganz locker beim Werfen, Labern, Fachsimpeln und Lachen, da ist der Tag schon gerettet. Nach dem Werfen stärkten wir uns nochmals mit einem kühlen Frischen und einem Kaffee und so langsam wurden wir nervös, unsere Strände warteten.
Florian wollte sich uns anschließen, wir kannten uns zwar nicht aus, aber mein Pocket-Navi sollte das schon richten. Es suchte sich also den kürzesten Weg nach Hohenfelde und führte uns über ziemlich schmale Straßen und Sandwege tatsächlich zum Strand, so lernt man bei dieser Gelegenheit gleich mal das "Hinterland" kennen. Manner machte uns sogleich Mut, dass wir heute eh kaum etwas fangen werden, kein gutes Brandungswetter und warnte uns auch vor der Krautbank, etwa 60 Meter vom Ufer entfernt: "Da brauchst Du gar nicht angeln ..." Das Ende der zweiten Sandbank war aber mindestens 120 - 130 Meter weg, da mußte man also drüber. Wie es der Zufall so wollte, loste ich einen Platz neben Helge aus, so konnte ich ihm dann im Zweifelsfall mit einigen Tips helfen.

Zum Aufbauen hatten wir genügend Zeit, ganz in Ruhe konnten wir noch das schöne Wetter genießen.
Um 17:30 Uhr begann das Angeln, meine Doppelhakenmontage legte ich auf die Sandbank, ein Butt wird schon mal vorbeikommen, die lange Nachläufermontage flog bis hinter die Sandbank. Claudia machte mit der Kamera ein paar Schwenks und um 17:35 Uhr bleib ihr Blick wieder an mir hängen. Was war das? Der erste Biß am Nachläufervorfach, das gibts doch gar nicht. Ich wartete gar nicht lange, kurzer Anhieb und Fisch war dran, nichts großes, aber immerhin landete ein 30 cm Butt in meiner Kiste. Das ging ja gut los, von wegen keine Fische. Montage wieder hinaus und warten und warten und warten ...

Das wars, die nächsten 2 Stunden beschäftigten mich erstmal die Krabben, Einwurf, 10 Minuten später alle Haken blank, man konnte das Zuppeln sogar an den Zittersptzen sehen. Zwischendurch rief Marco aus Weißenhaus an, er hatte nur einen "Dorsch" von 20 cm, aber Volker war so richtig in Aktion, er hatte in Behrensdorf schon 6 Dorsche und einen Butt. Wenig später eine SMS von Marco, Dorsch 40 cm, das war gut für das Mannschaftsergebnis :)
Ich mußte bis 21:30 Uhr warten, ich stand gerade bei Helge, als sich meine Rutensptze wieder nach unten neigte. Ein Spurt zur Angel, Fisch war dran, aber nichts großes. Ich sagte zu Helge: "Sch..., ein Minidorsch", aber bei genauerem Hinsehen entpuppte sich dieser als Wittling von 30 cm Länge, für mich ein Novum beim Brandungsangeln".
Zwischendurch kam Andreas Thürnau vorbei, auch Thomas Schöning brachte mir als Ordner scheinbar Glück. Immer, wenn er da war, biss es an eine meiner Angeln, leider kam außer einem untermaßigen Dorsch nie etwas nennenswertes heraus, lustig war es allemal.
Etwas später kam Claudia zurück, um uns abzuholen, sie feuerte mich noch einmal an, bei diesen wenigen Bissen kann man ja auch in eine Art Lethargie verfallen. Je später der Abend, desto weiter meine Würfe, ich war wieder so richtig in Schwung und sagte zu ihr: "Der Wurf war der Hammer, da kriege ich noch einen Biß." 3 Minuten später knallte es genau in dieser Rute, Hektik, viel zu früh angehauen, Biß versiebt, "Schade"
Ergebnis des Abends, vielleicht 10 Bisse, 1 Flunder, 1 Wittling, 1 untermaßiger Dorsch. Viele andere gingen andiesem Abend leider leer aus.
Mit Fiedde im Schlepptau lotste uns das Navi diesmal über Lütjenburg zurück nach Hohwacht, das war zwar weiter, ging aber wesentlich schneller. In der "Seaside Lounge" angekommen, sah man viele deprimierte Gesichter, aber auch ein paar fröhliche, wie z.B. das von Volker, der mit 15 Dorschen und 1 Platte unserer Mannschaft einen 6. Platz von 29 Teams sicherte. Er räumte dann auch einige der schönen Preise ab. Der fleißigste Angler war wieder einmal Dieter Großmann, der sich mit 19 Fischen ein Dreibein von Pro Tack erangelte. Unsere "Trommler" mit Marcus, Marcel und Frank, die eigentlich besser "meeresangler.com TEAM 3" heißen sollten, belegten den 4. oder 5. Platz, waren damit aber nicht ganz zufrieden. Ich sage nur: "Ausgewogene Mannschaftsleistung" :
Eine tolle Veranstaltung war das, kann ich nur sagen, kameradschaftlich, nett, super organisiert, vielen Dank an das Team von Pro Tack um Andreas Thürnau und Thomas Schöning für diesen Tag, an den ich mich gern erinnern werde. Ein besonderes Lob geht auch an die Crew der "Seaside Lounge" in Hohwacht, die die 101 Angler (sie fingen 230 Fische) so bewirteten, wie man es sich vorstellt. Wenn ich Hunger hatte, bekam ich etwas zu essen, wenn ich Durst hatte, mußte ich nicht verdursten, daran sollten sich andere Lokalitäten mal ein Beispiel nehmen.
Das nächste Jahr sind wir bestimmt wieder dabei und dann aber mit xxx? Mannschaften von meeresangler.com
Euer Karsten Räth



