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Unter dieser Überschrift kann man wohl ohne Umschweife das zusammenfassen, was ich angeltechnisch in unseren Flitterwochen in Schweden dieses Jahr erleben durfte. Nach vollzogenem Eheverbindungsritual und der dazugehörigen Feier sind wir am 10.07.2007 mit dem Auto nach Schweden aufgebrochen, um dort unsere Flitterwochen zu verbringen. Die Idee, dort Urlaub machen zu wollen ergab sich daraus, dass Sonjas Tante und Onkel leider nicht zu unserer Hochzeit kommen konnte, uns aber im Gegenzug zu sich einluden. Ich fand die Idee großartig, zumal ich dann ja mindestens eine Spinnrute einpacken konnte. |
Die Idee, ein paar Angelsachen mitzunehmen fand meine Frau auch gar nicht sooo schlecht, denn auf einen gemütlichen Angeltag hatte sie sich auch schon gefreut. Gesagt getan, Angelsachen MUSSTEN mit – WELTKLASSE.Die Begrüßung im Flitterdomizil durch ihre Tante und Onkel erfolgte herzlich mit einer saftigen Salatplatte mit Filetstreifen, das ganze abgerundet mit einem eisgekühlten Holsten Pilsener aus der Dose. Der Onkel hatte bereits im Vorwege einen Angelteich in der Nähe ausgeguckt in dem er früher selber auch schon Forellen und Hechte gefangen hat. Dass wir allerdings schon gleich am nächsten Tag dorthin wollten überraschte selbst mich, aber Sonja war begeistert, zumal der Wetterbericht einen tollen Tag mit Temperaturen um 28 Grad versprach. Der Tag begann wie angekündigt mit Sonnenschein satt und einem leckeren Spät-Stück auf der Veranda. Am Gewässer dann gegen Mittag angekommen war ich zunächst beeindruckt von der Lage. Mitten im Wald gelegen, und zu einer Seite offenes Feld – traumhaft.


Ich bastelte dann die Ruten zusammen und Sonja durchsuchte derweil meine Köderbox nach einem (Achtung, Wortwahl – Es klingt noch heute in meinen Ohren) „schönen“ Köder. Als erstes fiel Ihr ein 55 gr. Pilker in die Hände „Oh, der ist schön!“ – Dann ein Gummifisch mit Spinnerblatt „Der ist auch sehr schön!“ gefolgt von einem Gummifisch „Der sieht ja lustig aus!“ Am Ende verpasste ich Ihr einen leicht angelaufenen Kupferfarbenen Forellenspinner, der Ihr rein optisch ÜBERHAUPT nicht zusagte. Aber als vermeintlicher Fachmann, dessen Kumpel ja einen Angelladen besitzt, musste ich Ihr ja erklären warum, wieso und weshalb es nun ausgerechnet der Spinner sein sollte. Um dann das Wurfgewicht an der eigentlich nicht unbedingt fürs Spinnfischen ausgelegte Rute kurz zu testen machte ich ein ca. 5 Meter Unterarmwurf. Der Köder traf aufs Wasser, ich klappte der Bügel der Rolle um, dreht an und RUM MMSSS – die Rute zappelte. Ein kleiner halbstarker Hecht von gerade rund 20cm meinte sich den Spinner einverleiben zu müssen. Ein verheißungsvoller Start und Sonja trottete dann mit der Rute los um den See zu erkunden.


Ich bastelte dann auch endlich meine Rute zusammen und suchte mir einen kleinen silbernen Fox-Spinner aus, denn die Farbe Kupfer musste ich ja nicht mehr testen, da fängt man nur kleine Hechte mit *Augenzwinkern* Der Erste Wurf mit dem kleinen Silberling war erneut ein Unterarmwurf in ca. 5 Meter Entfernung, und als ob der kleine Hecht von eben dorthin zurück geschwommen ist, wiederholte sich das Spiel von eben. Rutenspitze krumm und ein Hecht von rund 25cm schnappte sich den Spinner. Ich war begeistert, 2 Würfe = 2 Fische. Wenn die Fische nur endlich mal größer werden will ich nicht klagen. Der kleine Esox wurde dann mit besten Wünschen und Grüßen zu seiner Mama zurückgeschickt… Dann tat sich ne Weile lang nichts ehe ein lauter Ruf die Idylle am Teich jäh aufschrecken ließ. Ein krächzendes „Schaaaaatzzzz – ich hab einen dran!“ schallte quer über den Teich. Ich nahm die Beine unter den Arm, und sah dann vom Steg ins Wasser und dort einen netten Burschen von knapp 70 cm schwimmen. Sonja drillte den Fisch heran, so dass ich dann auf dem Bauch liegend den Fisch per Hand landen konnte.

Sonja war sichtlich Stolz und jetzt voller Ehrgeiz einen weiteren Fisch zu fangen, von einem Hecht wird man schließlich nicht satt. Ich freute mich für meine Frau, allerdings hatte ich nun den Druck auf mir lasten, unbedingt einen Fisch fangen zu müssen der passt um mich nicht dem Spott der anderen aussetzen zu müssen. Etwa eine halbe Stunde später hatte ich dann endlich einen viel versprechenden Biss, ein Kämpfer, der großes erhoffen ließ. Der Hecht erschien dann an der Oberfläche und ich wäre vor Scham wieder fast im Boden versunken. Ein seitlich gehakter „27cm Riese“ kämpfte dort gegen mich. Etwas benommen von der Hakenlöseaktion konnte er jedoch unbeschadet wieder schwimmen gehen. Sonja angelte derweil auf der gegenüberliegenden Teichseite, während ich noch etwas Müde von der Autofahrt vom Vortag meinem Standort treu blieb. Nach einer Weile kam sie dann zu mir gewandert, die Rute in der Hand. Sie lächelte freundlich und rief mir zu „Guck mal Schatziiiii, ich hab ne Forelle gefangen!“

Mein Gesicht muss Bände gesprochen haben, jedenfalls fiel mir die Kinnlade bis aufs Knie. Neid und Missgunst kenne ich eigentlich nicht, aber ich ahnte langsam, was mich die nächsten Tage erwarten würde, wenn nicht bald ein mäßiger Fisch bei mir am Haken hängt. Der Angeltag endete dann (leider) auch mit diesem Fisch. Die Sonne hatte uns in knapp 4 Stunden in allerbester Manier die erste braun-rote Farbschicht verpasst. Sonja hatte dann noch die Ehre, Ihren Hecht in das Vor Ort ausliegende Fangbuch einzutragen, was Sie dann auch mit der notwendigen Portion STOLZ und RESPEKT ausführte.


Die Rückfahrt, nein es war schon allein nur der Weg zum Auto, der mir ausreichte um eigentlich sofort wieder nach Hause zu fahren. 3 Leute die sich mit Hohn und Spott über meine anglerischen Fähigkeiten hermachten. Im Ferienhaus angekommen habe ich die Fische dann versorgt und in Alufolie grillfertig verpackt. Das Abendbrot mit in Alufolie gegrillter Forelle und Hecht, an hausgeernteten Pellkartoffeln, angemacht mit einer Dill-Quarkcremé war ein Gedicht.

Eine Fortsetzung des Berichtes folgt in den nächsten Tagen, denn es war ja nicht einzige Angeltag und auch nicht der letzte - ich beschreibe es mal vorsichtig - größere Fisch den Sonja gefangen hat. Aber darüber erzähle ich das nächste Mal…
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